Differenzierte Katechese   

Viele katechetische Angebote in den Pfarreien gehen nach wie vor davon aus, dass die meisten Kinder und Jugendlichen kirchlich geprägt sind. Dies geht an der heutigen Realität vorbei. Katechese ist gegenwärtig immer weniger eine Vertiefung dessen, was Menschen bereits glauben.

„Der Glaube bleibt jedoch nur lebendig, wenn er die eigenen Lebenserfahrungen durchdringt, – wenn er sich in Krisen und durch Brüche hindurch bewährt oder Anfragen stellen kann…Niemand interessiert sich für einen Glauben, der an den Erfahrungen seines Lebens vorbeigeht, seine Lebenssituation, seine Freude und Hoffnung, seine Trauer und Ängste nicht ernst nimmt“ ( F.-J. Bode).

Deshalb ist eine differenzierte Katechese anzustreben, auch wenn sie in der Praxis mühsam ist. Differenzierung sieht Katechese als „Teil eines ganzheitlichen Glaubens- wachstumsprozesses“, der entweder „als Einführung in den Glauben und die christliche Lebenspraxis oder als Vertiefung oder als Vergewisserung“ erfolgt (M. Scheidler).

 

Eine differenzierte Katechese…

  • nimmt ernst, dass Menschen heute selbstbewusst wählen, wie sie ihren Glauben leben wollen und dass für sie die Rahmenvorstellungen von Kirche kaum noch massgebend sind. Deshalb entwickelt sie mit ihnen katechetische Wege
  • erkennt an, dass der Lebensrhythmus der Menschen verschieden ist, weil sie bestimmte nicht aufgebbare Verbindlichkeiten (z.B.: Mobilität im Beruf, Zugehörigkeit zu einem Verein) haben. Sie bemüht sich, dem kirchlichen Auftrag entsprechend, den individualisierten Familienformen und -situationen gerecht zu werden
  • nimmt Abschied von der Vorstellung, dass die Vorbereitung zu den Sakramenten für alle gleich lang und gleich intensiv sein muss und entwickelt katechetische Angebote, die diejenigen zusammenführen will, die vergleichbare Erfahrungen haben (keine Jahrgangskatechese mehr, da ein Geburtsjahrgang nicht einem Glaubensjahrgang entspricht)
  • ist bedürfnisorientiert: man versucht nicht nachzuholen, was einigen Beteiligten an Glaubens-wissen oder kirchlicher Vorerfahrung fehlt, sondern geht auf die jeweilige Bereitschaft und die verschiedenen Möglichkeiten der Familien ein
  • gibt die Fixierung auf die Kinder und Jugendlichen auf und setzt auf eine Generationen ver-bindende Katechese.  Sie erlaubt sich katechetische Aktivitäten in der Sakramentenpastoral zu verringern zugunsten einer Katechese, die die erwachsenen Bezugspersonen und ihre Kinder mehr in den Blick nimmt.

 

Gerne beraten wir Katechese-Verantwortliche und Katechese-Teams bei der Erarbeitung praxisnaher Bausteine sowie ganzer katechetischer Konzepte und begleiten sie bei der konkreten Umsetzung.

 

Uta-Maria Köninger            David Wakefield
044 266 12 84   044 266 12 89
uta-maria.koeninger@zhkath.ch   david.wakefield@zhkath.ch
   
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